(via inboxzero)
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Ich heiße Stefan Rudersdorf
und das ist mein
privater Blog. Kommentare?
bitte über Twitter
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2011-10-30
Source: inboxzero
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2011-10-06
One last thing.
Steve Jobs ist gestorben. Es fühlt sich etwas selstsam an, das über einen Konzernchef zu sagen, aber es reicht mir nicht, die Reaktionen zu lesen, einen Tweet abzusetzen und dann weiter zu arbeiten. Seit immerhin 18 Jahren ist Steve Jobs für mich Synonym für das Human (Inter)face der Technik. Als Nerd muß ich diesem Mann Ehre erweisen.
Mir fällt selbst 2011 keine andere Marke im Technik-Segment ein, mit der man ein Gesicht oder eine Vision verbindet. Auf der einen Seite steht Apple. Auf der anderen Seite stehen die anderen. Mit namenlosen MP3-Playern, Computern und Mobiltelefonen.
Das ist der Grund, warum Steve Jobs meiner Meinung nach verdient hat, als ein Besonderer unter den Managern hervorgehoben zu werden – abseits vom ganzen Personenkult, der Apple-Fans oft zu recht nachgesagt wird.
Als Deutscher würde ich ihn in einer Reihe mit den großen Familienunternehmern aufzählen. Nicht im klassischen Sinne jemand, dessen Familie über Generationen eine Firma zu Größe führt. Ich meine damit eher die Bindung, die er zum Unternehmen hatte. Steve`s Job war, Apple zu sein.
Man kann diese Sorte Firmenlenker nicht mit denen vergleichen, die heute in der Regel Konzerne anführen. Manager sind meist wie ein Anruf im Call-Center, in dem sich der Telefonist um Fragen von Möbelaufbau bis Autoradio kümmert. Sie kommen, verbreiten ihre fixen Ideen und verschwinden wieder im Club der Manager, wo man sich kennt, hilft und wo man auch dann weitergereicht wird, wenn man mal nicht so erfolgreich war. Man möchte sie mit ihren Visionen zum Arzt schicken. Und man fragt sich, was sie qualifiziert, die Bezeichnung Manager zu führen.
Visionäre sind bereit, sich im Dienste ihrer Vision unbeliebt zu machen. Sie ecken an und kämpfen ausdauernd. Sie verbinden ihr Schicksal aus Überzeugung mit ihrer Vision. Sie können diese bis ins letzte Detail erklären, weil sie echt ist.
Die Vorstellungskraft echter Visionäre reicht über den nächsten Quartalsbericht hinaus und hat Bestand für Jahrzehnte. Und Steve Jobs war einer der wenigen Visionäre im Bereich großer Unternehmen.
Werde den komischen Kauz im Rollkragenpulli vermissen.
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2011-08-09
I suddenly realised, that there is no point at getting together just because you´re always have a meeting… I don´t really want to come in until I know what we´re discussing and why we´re discussing and whether we need a decision.
And everybody thought I was being very awkward and they now actually rather like it because we now get through our meetings in a third of the time and cancel the ones that we don´t need.— John Cleese about “Meetings, bloody Meetings” in the Dick Cavett Show.
1979… Nineteen Seventy Nine! -
2011-06-10
Nur aufmerksam lesen. Sonst bitte sein lassen
Zwischen 0.30 und 7.30 Uhr hat sich die Welt grundlegend verändert.
Ja, da passieren unglaublich wichtige Dinge! Zum Beispiel ist es wichtig zu wissen, wer Germany´s current Top Model geworden ist. Und da ich das eben nicht weiß, habe ich ein Informationsdefizit zu beklagen und weiß widerum nicht, wovon meine Freunde bei Twitter und Facebook reden. Das macht mich wahnsinnig wenn ich´s mir nicht bewusst mache. Da bist du schon ganz vorne mit dabei und weisst trotzdem nicht, daß um die Ecke eine TED-Konferenz stattfindet. Hab ich den falschen Feed abonniert? Bin ich falschen Vorbildern gefollowed? Wie konnte das passieren… der Hinterwald fängt gleich hinter dem nächsten Gedankensprung an.
Ich werde nicht locker lassen, mir eine Diät zu verschreiben und versuchen, nur die News durchlassen, die so heiß sind, dass sie auch nach zwei Tagen noch wichtig sind.
Alex, mit dem ich die Tage darüber gesprochen habe, konnte ich auf seine Frage, was denn den Reiz dieses ganzen Social Media Zeugs ausmacht, spontan keine passende Antwort geben.
Würde irgendwas, das ich bei Twitter schreibe, kommentiert oder diskutiert oder wenigstens “retweetet” (was ja auch eine gewisse Form der Zustimmung bedeutet), würde der Reiz vermutlich darin bestehen, daß Leute Anteil an meinen Gedanken nehmen und selbige durch Aufwändung ihrer geschätzten Zeit ehren, um dadurch vielleicht neue Perspektiven zu eröffnen. Aber das passiert mir recht selten und ich glaube, es wird auch gemeinhin überschätzt. Wie das Fernsehen, das im Amerika der sechziger Jahre endlich die wertvollen Informationen in die Ghettos tragen und zu einer neuen Wissensparität führen sollte.
Was viele an Twitter und Facebook reizt ist die Schwarmintelligenz. Ich persönlich glaube, daß die Schwärme nicht mehr Intelligenz hervorgebracht haben, als schon vorhanden war. Es stehen einfach nur sehr viel mehr Leute am Fluss und suchen nach Nuggets im Schlamm. Und so wird im Schlamm nicht selten etwas gefunden, das kurzerhand zu Gold deklariert wird, aber keines ist. Berge von Katzengold sammeln sich so an und vielen ist das egal, solange es nur glänzt.
Es ist unglaublich viel Arbeit, den ganzen Tag mit einem Sieb am Stream zu stehen und nach brauchbarem Ausschau zu halten. Weil man ständig entscheiden muß, ob da gerade etwas relevantes vorbeischwimmt oder nicht. Das hinterlässt das hohle Gefühl, viel getan aber wenig nennenswertes erzielt zu haben.
Man verabrede sich mal am Frankfurter Hauptbahnhof mit einem Kumpel, der über die Orientierungsfähigkeiten der 70er Jahre verfügt. Man stelle sich dann an den Kopf des Bahnsteiges um diesen Kumpel nicht zu verpassen und prüfe jedes vorbeilaufende Gesicht auf bekannte Züge, bis der Zug leer ist. Das ist unglaublich anstrengend.
Wenn man eine gewisse zeitlang diese schnellen, oberflächlichen Entscheidungen fällen musste, wird es immer schwieriger, zu unterscheiden ob es sich dabei um wichtiges handelt oder nicht. Und das ist die verdammte Seuche im Jahr 2011. EHEC geht vorbei, der Info-Overflow bleibt.
Ich persönlich verliere den Kampf gegen den Overflow öfter als ich ihn gewinne. Selbst, wenn ich mich mit dem Bewusstsein, daß da etwas falsch läuft, schon auf dem richtigen Weg wähne.
Konsum von Information ist eine passive Sache. Wenn der Tag endet und Du hast viele Informationen aufgenommen, hast Du vielleicht das oben erwähnte Gefühl, etwas getan zu haben. Aber das hast du nicht. Wir beschäftigen uns mehr damit, Informationen zu filtern und aufzunehmen als sie zu verarbeiten.
Du hast Tonnen guter Informationen aufgenommen. Aber was genau machst Du denn damit? Daran sollte sich der Wert einer Information bemessen. Wir beurteilen sie stattdessen daran, ob sie evtl. einmal wichtig werden könnten. Hätten wir die Zeit, jede Information, die wir aktiv aufnehmen wollen, zu bewerten, würden wir dabei vielleicht etwas lernen. Also Information in Wissen umwandeln. Aber die Zeit nehmen wir uns nicht, weil wir schon mit der Anzahl der Informationen überfordert sind.
- Information ist unnütz, wenn wir sie nicht in Wissen umwandeln.
- Um Information in Wissen umzuwandeln, muss man Zeit investieren.
- Information zu sammeln, ohne sie in Wissen umzuwandeln, ist Zeitverschwendung.
- Wissen ist unnütz, wenn es nicht angewendet wird.
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2011-05-04
Ein Sandwich mit Eiern bitte
Gestern hab ich auf hr Info ein Interview mit dem Gründer von Subway Sandwiches gehört. Als er über die Anfänge seines Unternehmens spricht, erwähnt er den grossen Misserfolg seines ersten Sandwich Shops.
Als Folge daraus hat er sich seltsamerweise mit seinem Partner dazu entschlossen, eine zweite Filiale zu eröffnen. Und eine dritte, vierte und fünfte, mit der sich der Erfolg schliesslich einstellte.
Er hat ihn quasi erzwungen indem er sich so weit aus dem Fenster lehnte, um in der Wahrnehmung der Leute erfolgreich zu sein. Und das hat funktioniert.
So zweifelhaft das Subway Konzept an anderen Stellen ist: diese Teil der Geschichte ist wirklich bemerkenswert.
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2011-03-22
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2011-02-03
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2010-12-29
Unwort des Jahres
Guten Tag,
für die Wahl des Unworts möchte ich gerne das Konstrukt ”unter den Rettungsschirm schlüpfen” vorschlagen – eine perfide Wortschöpfung nach dem Prinzip des Antischalls.
Politik und Medien verwenden sie im Sinne eines Regenschirms, der “angeschlagenen Instituten” und ganzen Ländern Unterschlupf bietet. Als wäre ihre Situation vergleichbar mit Niederschlag.
Per Definintion sollen Rettungsschirme einen Absturz verhindern, wenn andere Systeme versagt haben. Wenn er zum Einsatz kommt, hängt das Überleben sprichwörtlich am seidenen Faden.
Es handelt sich zudem um eine präventive Sicherheitsmaßnahme. Niemand kann in einer Notsituation herbeieilen, um einen ”Rettungsschirm aufzuspannen”, unter den es sich dann “schlüpfen” ließe.
Hier wird verschleiert, daß dieser Rettungsschirm erst kurz vor dem Aufprall genäht wurde, weil für den Notfall eben keine Mechanismen vorgesehen waren.
Das “schlüpfen” neutralisiert die Gefahr und verleiht ihr eine unangemessene Beiläufigkeit. Der Platz unterm Rettungsschirm gerät zur jovialen Gefälligkeit, die Bedrohung wird verharmlost – auch die eigene.
Offenbar möchte man die Bevölkerung von der Rettung abschirmen.
Danke, daß Sie mit Ihrer Wahl Unwörter ins rechte Licht rücken!
Viele Grüße, Stefan Rudersdorf
PS: Es würde mich brennend interessieren, unter welchen Namen der “Rettungsschirm” in anderen Ländern bekannt ist.
Vorschläge für die Wahl zum Unwort kann man (soweit ich weiß) noch bis 6. Januar an unwort@em.uni-frankfurt.de senden.




